Das leidige Frieren
 
Du empfindest die nasse Kleidung auf Deiner Haut als angenehm und gehst gerne bekleidet ins Wasser, vor allem bei sommerlichen Poolpartys. Aber Du fühlst Dich in Deinem Vergnügen beeinträchtigt, wenn Du nach einigen Runden im Wasser wieder draußen bist und anfängst zu frieren.

Natürlich kannst Du dieses Problem ganz einfach lösen, indem Du die Kleidung ausziehst. Was aber, wenn Du das nicht willst oder nicht kannst?

 
Nach dem ersten Sprung ins Wasser

Dass Du an Land in nasser Kleidung schneller frierst als sonst, liegt am allbekannten Verdunstungseffekt. Wo Wasser verdunstet, entsteht Kälte. Bei warmem oder heißem Wetter ist das ein sehr erwünschter Effekt. Deswegen schwitzen wir ja auch. Wenn die Umgebungstemperatur nicht so hoch ist, kannst Du der Verdunstungskälte einfach abhelfen, indem Du wieder ins Wasser gehst. Dann verdunstet das Wasser in der Kleidung eben nicht mehr. Dir ist schlagartig wärmer.

Ganz der Kälte entronnen bist Du im Wasser aber nicht, denn Wasser ist ein wesentlich besserer Wärmeleiter als Luft. Die Körperwärme wird schneller an die kühlere Umgebung abgegeben und Du kühlst nach und nach mehr aus, als wenn Du Dich bei gleicher Temperatur in trockener Kleidung an der Luft aufhalten würdest. Bei sommerlichen Temperaturen oder auf gut beheizten Poolpartys wird das aber in aller Regel nicht zum Problem.

Du frierst möglicherweise auch, weil Du Dich im Augenblick zu wenig bewegst. Durch die Bewegung des Körpers entsteht Wärme. Wenn Du also wieder ins Wasser gestiegen bist, solltest Du herumschwimmen.

Wenn Du nicht gleich wieder ins Wasser willst, hilft auch einfach abzuwarten. Nach einiger Zeit ist die Kleidung nicht mehr triefend naß, sondern nur noch feucht, und dann ist es mit der Verdunstungskälte auch nicht mehr so schlimm. Wenn Du das beschleunigen willst, kannst Du die Kleidung natürlich auch auswringen.

Die Wartezeit kannst Du auf der Tanzfläche verbringen. Da auf Partys Pools als Teil der Chill-Out-Area gedacht sind, kann man leicht die Verhältnisse umkehren und die Tanzfläche als Heat-Up-Area zwischen den Planschrunden benutzen. Spätestens nach einer Stunde dort wird Dir durch die Bewegung so warm sein, daß Du sehr gerne wieder in den Pool gehst und es dort lange aushältst. Oder wenn die Party gerade vorbei ist, wird es Dir ohne vorher die Klamotten zu wechseln auf dem Weg nach Hause warm und trocken genug sein. Wenn der DJ gut ist vergeht eine Stunde schnell.

Wenn Du nicht tanzen willst, kannst Du die Verdunstungskälte weiter reduzieren, indem Du ein Handtuch umhängst oder einen trockenen Pulli über die nassen Sachen ziehst. Das empfiehlt sich vor allem, wenn es windig ist.

Garantiert nicht frieren wirst Du nur dann, wenn Du irgendetwas aus luftundurchlässigem Material überziehst oder einen vor dem Sprung ins Wasser ausgewählten warmen Ort aufsuchst. Aber Vorsicht an starken Wärmequellen wie z.B. einem Lagerfeuer. Wenn Du gleich nach dem Baden triefend dorthin läufst, wird das Wasser in Deiner Kleidung stark erhitzt, bevor Du trocknest. Das kann zu Verbrühungen, statt zu trockenen Klamotten führen; also in diesem Fall erst etwas warten.

Ins Wasser, nach dem Planschen tanzen, wieder ins Wasser, schwimmen ... Es ist also recht spaßig, der Kälte abzuhelfen. Wenn Du aber nach einiger Zeit trotz aller Bewegung an Land und im Wasser immer noch frierst, solltest Du das Wasser schleunigst wieder verlassen. Dann stimmt irgendetwas nicht und die nassen Klamotten sind gar nicht die Hauptursache für Dein Frieren.

 
Die Vorbereitung auf die nächsten Poolpartys

Du solltest Dir dann Gedanken über Ursachen machen, die mit der Poolparty selbst gar nichts zu tun haben, und über Dein Frieren im allgemeinen: Daß Du frierst kann generell daran liegen, daß Du irgendwie körperlich geschwächt bist, z.B. dadurch daß Du zu wenig geschlafen hast oder schon lange nichts mehr gegessen hast. Wenn Du also nicht so viel frieren willst, empfiehlt es sich, ausgeschlafen zum See oder zur Poolparty zu gehen und entweder vorher oder spätestens bei der Party etwas Kalorienhaltiges zu essen. So hast Du letztendlich mehr Spaß. Zu viel essen solltest Du aber auch nicht. Mit zu vollem Magen zu schwimmen, macht keinen Spaß. Es genügt, wenn Dein Körper etwas zum Verbrennen hat und Wärme produzieren kann.

Alkohol kann ebenfalls die Ursache sein, daß Du frierst. Alkohol beeinträchtigt nicht nur die Fähigkeit zu schwimmen und Risiken einzuschätzen, sondern kann auch die Körpertemperatur herabsetzen. Beobachte also einmal, ob Alkohol bei Dir diese Wirkung auf die Körpertemperatur hat.

Wenn Du bemerkst, daß Du generell eher frierst als andere, dann kann dies daran liegen, daß Du wenig oder gar nicht sportlich trainierst und daher eine schlechte Kondition hast. Die Muskelzellen, deren Anzahl man durch Sport vergrößert, verbrauchen mehr Kalorien und produzieren mehr Wärme.

All diese Ratschläge kannst Du auf der Poolparty selbst nicht umsetzen, aber bis zur nächsten Poolparty oder Poolpartysaison kannst Du einiges Unternehmen, damit Du Dich auf Partys wohler fühlst.

 
Wahl der Klamotten

Dazu gehört auch, Dir zu überlegen, ob Du mit anderen Klamotten besser zurecht kommst. Einige Hersteller von Sportkleidung bieten inzwischen T-Shirts, Polo-Shirts und Hemden auch für den Alltag aus schnelltrocknenden Kunstfasern an, die zudem im nassen Zustand noch warm halten sollen. Sie halten aber nicht ganz, was sie versprechen. Sie trocknen z.B. zwar schneller als Kleidung aus Baumwolle, aber längst nicht so schnell, wie die hochgegriffenen Versprechungen der Hersteller (trocken in einer halben Stunde) erwarten lassen. Was die Verdunstungskälte betrifft, sieht es ähnlich aus. Du frierst zwar weniger schnell als z.B. in Kleidung aus Baumwolle, aber ganz sicher bist Du vor der Kälte nicht.

Der Vorteil der Kleidung aus Kunstfasern ist immerhin, daß die Phase der triefenden Nässe kürzer ist und die Kleidung ziemlich bald nur noch feucht ist. Die Zeit des schlimmen Frierens wird also verkürzt. Außerdem ist man in solcher Kleidung bei Wind besser dran. Aber nicht jeder mag Kleidung aus Kunstfasern.

Überhaupt ist das mit den Klamotten so eine Sache: Jeder hat andere Kleidungspräferenzen im Trockenen wie im Wasser. Selbst Klamotten aus Wolle oder Fleece werden von einigen als Badekleidung bevorzugt. Es lohnt sich mit Sicherheit, etwas zu experimentieren, welche Kleidung Dir angenehm ist.

 
Frieren als Einstellungssache

Und wenn gar nichts hilft gegen das lästige Frieren? Frieren ist auch eine Einstellungssache. Frieren ist einfach nur ein Signal, daß es im Augenblick an Wärme fehlt. Sonst nichts. Für einen gesunden Menschen ist das an Land nicht gefährlich und meistens hört es nach einiger Zeit wieder auf. Man kann damit umgehen wie mit einem Telefonklingeln, das unpassender Weise in einem vergnüglichen Moment stört: einfach klingeln lassen.